Darf ich verkaufen, was ich mit KI gebaut habe?
Darf ich verkaufen, was ich mit KI gebaut habe?
Ja. Ein mit Zugo gebautes Projekt dürfen Sie kommerziell betreiben, an Kunden übergeben oder als Ganzes verkaufen. Es gibt keine Umsatzbeteiligung und keine Genehmigungspflicht. Zu klären sind zwei andere Dinge: die Rechte an den Materialien, die Sie einsetzen, und die Pflichten, die im deutschsprachigen Raum an jedem Verkauf hängen.
Die Frage klingt nach Jura, entscheidet sich aber meist an praktischen Punkten. Deshalb geht es hier um beides: was Sie verkaufen können, wie das Geld technisch hereinkommt, und was vor dem ersten Euro geklärt sein sollte.
Was genau verkaufe ich eigentlich?
Hinter derselben Frage stecken drei verschiedene Geschäfte, und sie haben unterschiedliche Fallstricke.
| Modell | Was den Besitzer wechselt | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Verkauf über das Projekt | Ihre Waren, Kurse oder Termine | Zahlungsabwicklung und Pflichtangaben |
| Verkauf des Projekts selbst | das fertige Projekt samt Quellen | vollständige Übergabe aller Zugänge |
| Bauen im Kundenauftrag | Ihre Arbeitszeit, nicht das Werkzeug | klare Absprache zu Rechten und Wartung |
Das erste Modell ist der Normalfall: Die Seite oder App ist das Schaufenster, verkauft wird etwas anderes. Das zweite kommt bei Vorlagen und kleinen fertigen Produkten vor. Das dritte betrifft alle, die Dienstleistung anbieten und den Builder als Werkzeug einsetzen, so wie eine Agentur ein Grafikprogramm einsetzt.
Für alle drei gilt derselbe Grundsatz: Das Werkzeug erhebt keinen Anspruch auf Ihr Ergebnis. Wie die Eigentumsfrage im Detail aussieht, steht in Wem gehört eine KI-erstellte Website.
Wie nehme ich das Geld technisch ein?
Über Stripe. Der Dienst wird mit Ihrem eigenen Konto angebunden und übernimmt Einmalzahlungen ebenso wie Abonnements. Das Geld fließt damit direkt auf Ihr Stripe-Konto und von dort auf Ihr Bankkonto, ohne Umweg über den Builder.
Braucht Ihr Angebot Kundenkonten, kommt Supabase dazu: Anmeldung, Nutzerdaten und Dateien liegen dort, ebenfalls in einem Projekt, das Ihnen gehört. Bestellbestätigungen und Benachrichtigungen verschickt Resend, sinnvollerweise von Ihrer eigenen Domain, weil solche Nachrichten sonst schneller im Spam landen.
Diese Trennung hat einen angenehmen Nebeneffekt. Ihre Zahlungsbeziehung besteht mit Stripe, Ihre Datenbeziehung mit Supabase, und beide bestehen weiter, falls Sie das Werkzeug irgendwann wechseln. Wie eine Seite mit Zahlungen entsteht, beschreibt Kann KI eine Website mit Zahlungen bauen.
Was muss vor dem ersten Verkauf geklärt sein?
Diese Pflichten hängen am Verkauf, nicht am Werkzeug. Sie gelten für eine handgeschriebene Seite genauso wie für eine generierte, und sie sind der häufigste Grund für unangenehme Post im ersten Jahr.
| Punkt | Warum er zählt |
|---|---|
| Impressum | im deutschsprachigen Raum für geschäftliche Seiten verpflichtend |
| Datenschutzerklärung | sobald Daten erhoben werden, auch bei einem Kontaktformular |
| Widerrufsbelehrung | bei Verkauf an Verbraucher im Fernabsatz |
| Vollständige Preisangaben | inklusive Steuer und Versandkosten |
| Einwilligung für Statistik | Google Analytics setzt in der Regel eine Zustimmung voraus |
| Steuerliche Anmeldung | Gewerbe, Kleinunternehmerregelung, Umsatzsteuer |
Der Builder kann diese Seiten erzeugen, und das nimmt Ihnen die Arbeit der Formulierung ab. Er kann Ihnen aber nicht sagen, welche Angaben in Ihrem konkreten Fall richtig sind, denn das hängt von Rechtsform, Land und Angebot ab. Bei allem, was über den einfachsten Fall hinausgeht, ist eine anwaltliche Prüfung die billigere Variante.
Ein praktischer Hinweis dazu: Diese Seiten gehören vor die erste Werbeschaltung, nicht danach. Solange niemand die Seite kennt, sind Nachbesserungen kostenlos, hinterher werden sie es nicht bleiben.
Darf ich Vorlagen kommerziell nutzen?
Ja, die 25 Vorlagen (davon 5 für Spiele) sind Ausgangspunkte für Ihre eigenen Projekte, auch für kommerzielle. Sie sind dafür gedacht, dass man nicht vor einem leeren Feld sitzt.
Vorsicht ist an einer anderen Stelle geboten, und dort wird sie oft vergessen: bei fremden Materialien, die Sie selbst hinzufügen. Ein Foto aus der Bildersuche, eine Schriftart ohne Lizenz für Webnutzung, ein Text von einer anderen Seite oder ein fremdes Logo bringen Sie in Schwierigkeiten, gleichgültig, womit die Seite gebaut wurde.
Die Regel ist einfach: Für jedes Bild, jede Schrift und jeden längeren Text sollten Sie sagen können, woher das Material stammt und was die Lizenz erlaubt. Diese Sorgfalt ist der Unterschied zwischen einem Projekt, das man verkaufen kann, und einem, bei dem man hofft, dass niemand nachsieht.
Was kostet das Verkaufen im Builder?
Nichts zusätzlich. Es gibt keine Provision auf Ihre Umsätze und keinen gesonderten Tarif für kommerzielle Projekte. Abgerechnet wird ausschließlich die Arbeit am Projekt.
| Aktion | Credits | Im Hi-Fi-Modus |
|---|---|---|
| Änderung an einem Projekt | 3 | 6 |
| Frischer Build | 6 | 12 |
| Mehrseitige Plattform | 12 für die ersten drei Seiten, dann 3 je weitere Seite | doppelt |
Die Tarife: Free enthält 5 Credits, Pro kostet 25 $ im Monat mit 200 Credits, Business 99 $ im Monat mit 800. Zweihundert Credits sind, für eine Sache ausgegeben, rund 16 mehrseitige Plattformen oder 33 Builds oder 66 Änderungen. Da 5 Credits unter den 6 eines Builds liegen, ist der kostenlose Tarif ein Rundgang durch die Oberfläche und kein fertiges Geschäft. Abgerechnet wird in US-Dollar.
Dazu kommen Kosten außerhalb des Builders, die man einplanen sollte: die Gebühren von Stripe je Zahlung, die Jahresgebühr für Ihre Domain und je nach Umfang ein bezahlter Tarif bei Supabase.
Kann ich ein fertiges Projekt an einen Kunden übergeben?
Ja, und dafür ist die GitHub-Anbindung gedacht. Die Quelldateien wandern in ein Repository, das Repository lässt sich übertragen, und der Kunde hat danach den Stand des Projekts in seinem eigenen Konto.
Vollständig ist eine Übergabe allerdings erst, wenn auch die Dienste mitgehen. Supabase, Stripe, Resend und die Domain hängen an Konten, und wenn diese Konten auf Ihren Namen laufen, ist der Kunde nach der Rechnung weiterhin von Ihnen abhängig. Das ist entweder ein Geschäftsmodell oder ein Streit, je nachdem, ob Sie es vorher besprochen haben.
Halten Sie im Angebot fest, wem das Ergebnis gehört, wer die laufenden Konten führt und was Wartung kostet. Drei Sätze reichen. Wie eine technische Übergabe abläuft, steht in Kann ein Entwickler ein KI-Projekt später übernehmen.
Wo liegen die ehrlichen Grenzen?
Vier Punkte, die niemand gern liest, die aber vor teuren Umwegen bewahren.
Ein Builder ersetzt bei einem umfangreichen Produkt kein Entwicklungsteam. Ein Shop mit Lagerhaltung, Buchhaltungsanbindung und Retourenprozess ist ein solches Produkt, und der ehrliche Weg dorthin führt über einen Anfang im Builder und eine spätere Übergabe.
Sehr spezifische Fachlogik entsteht über mehrere Änderungen statt über einen einzigen Prompt. Wenn Ihr Preismodell Sonderfälle kennt, planen Sie mehrere Runden ein, nicht eine.
Spiele entstehen als 2D-Projekte für den Browser. Sie lassen sich verkaufen und bewerben, aber sie sind keine nativen Apps für die Stores.
Und die Prüfung vor der Auslieferung sagt weniger, als sie zu sagen scheint: Jeder Build läuft in einer Sandbox, und was nicht geöffnet hat, wird nicht ausgeliefert. Das bedeutet, das Projekt startet. Es bedeutet nicht, dass Ihre Preise stimmen oder Ihre Pflichtangaben vollständig sind.
Wie fange ich an, ohne Geld zu verbrennen?
Zuerst verkaufen, dann ausbauen. Eine einzelne Seite mit einem klaren Angebot und einer funktionierenden Zahlung sagt Ihnen innerhalb weniger Tage, ob jemand kaufen will. Eine mehrseitige Plattform sagt Ihnen dasselbe, nur später und teurer.
Sind die ersten Zahlungen da, wächst das Projekt entlang echter Nachfrage: Kundenkonten, wenn Kunden danach fragen, Abonnements, wenn Wiederholung entsteht, weitere Seiten, wenn die erste ihre Arbeit tut. Eine einfache Seite steht in etwa einer Minute, eine mehrseitige Plattform in einigen Minuten, das Warten ist also nicht der teure Teil.
Anfangen können Sie auf zugo.dev. Die Pflichtseiten und die Zahlungsanbindung sind dabei kein Anhang für später, sondern Teil des ersten Entwurfs.